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Impfen in der Apotheke: Erfahrene Apotheker raten Kollegen zum Einstieg
Impfen: Konkrete Tipps zur Umsetzung in der Apotheke
München, 15. Oktober 2026. Vor-Ort-Apotheken dürfen künftig alle Totimpfstoffe verimpfen, so sieht es das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) vor. Wie der Einstieg gelingt, diskutierten erfahrene Apotheker und Impfexperten im gesund.de Live-Webinar „Impfen: Konkrete Tipps zur Umsetzung in der Apotheke“. Ihr gemeinsamer Rat: nicht abwarten, sondern jetzt beginnen.
Den Bedarf zeigte Maximilian Böhme, Medical Education Manager der Impfakademie von GSK: Bei der Grippeimpfung liegt Deutschland weit unter dem WHO-Ziel von 70 Prozent. Am Willen fehle es nicht, die große Mehrheit der Deutschen befürwortet Impfungen. Es fehlen Ansprache und niedrigschwelliger Zugang. In Frankreich beispielsweise impfen nahezu alle Apotheken, 92 Prozent der Apotheker berichten von mehr Vertrauen ihrer Patienten. Gleichzeitig verordnen dort die Hausärzte mehr Impfungen. Apotheke und Praxis schließen Impflücken also gemeinsam.
Fünf Erfolgsfaktoren für „die größte Veränderung des Apothekenwesens seit gefühlt tausend Jahren“
Dr. Björn Schittenhelm, Inhaber der Alamannen-Apotheke in Holzgerlingen, nannte fünf Erfolgsfaktoren:
1. Der Chef geht voran: Die Apothekenleitung impft selbst.
2. Ehrlich kalkulieren: Der Zeitbedarf pro Impfung sinkt mit der Routine, und Kombinationsimpfungen verbessern die Wirtschaftlichkeit.
3. Klare Rollen: Aufgaben sind eindeutig verteilt, bis hin zur Delegation an geschulte PTA.
4. Digitale Terminvergabe: Impftermine können online gebucht werden.
5. Aktive Ansprache: Kundinnen und Kunden werden im Handverkauf auf das Impfangebot angesprochen.
Seit seine Apotheke impft, bestellen auch die Arztpraxen in seinem Umfeld mehr Impfstoff, erzählt Dr. Schittenhelm. Wer bereits gegen Grippe und COVID-19 impft, braucht nach dem neuen Curriculum der Bundesapothekerkammer nur eine Ergänzungsschulung.
„Mit dem ApoVWG erleben wir die größte Veränderung des Apothekenwesens seit gefühlt tausend Jahren“, sagt Dr. Björn Schittenhelm. „Die Frage ist nicht, ob man mit dem Impfen beginnt, sondern wann – am besten morgen.“
Impfen stärkt die Bindung an die Apotheke
Martin Beutling, Inhaber der Glocken-Apotheke in Oberhausen und Mitglied des gesund.de Beirats, erlebt, dass Impfpatienten Jahr für Jahr wiederkommen und in jeder Saison neue hinzukommen. Nicht jeder werde zum Stammkunden, das Vertrauen wachse aber spürbar. Zudem öffne das Impfen die Tür zu weiteren pharmazeutischen Dienstleistungen, etwa rund um die Dauermedikation.
Heike Gnekow, Mitinhaberin der Adler-Apotheke in Hamburg-Wandsbek und Vorsitzende des Bundesverbands der Versorgungsapotheker (BVVA), berichtete von einer enormen Nachfrage: Neue Impftermine sind in ihrer Apotheke kurz nach dem Freischalten ausgebucht. „Es gibt keine Impfmüdigkeit in der Bevölkerung, es gibt zu wenige Gelegenheiten. Die Apotheke kann eine weitere Gelegenheit bieten“, sagt Heike Gnekow. „Einfach loslegen – die Reputation, die dadurch entsteht, ist unbezahlbar.“
Gnekow hat die „Lange Nacht des Impfens“ initiiert. Sie findet am 12. November 2026 bundesweit statt. Mitmachen können alle Impfstellen, auch Arztpraxen. Rund 480 haben sich bereits eingetragen, 110 mehr als im gesamten Vorjahr. Anmeldung unter https://lange-nacht-des-impfens.de/
Impftermine digital buchen mit gesund.de Calendula
Jürgen Klapper, Vertriebsleiter von gesund.de, stellte zum ersten Mal gesund.de Calendula vor. Ab jetzt können Patienten per App und Web Impftermine und Medikationsanalysen in ihrer Apotheke buchen.
In den kommenden Wochen folgen digitale Anamnese, vorausgefüllte Einwilligung und Impfdokumentation. Dazu bietet gesund.de eine Marketingkampagne mit personalisierten Plakaten, Flyern und Online-Anzeigen. Apotheken können ihr Interesse über eine E-Mail an vertrieb@gesund.de bekunden.